Sturm auf das Kapitol: US-Randalierer mit »Camp-Auschwitz«-Shirt festgenommen

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Sturm auf das Kapitol: US-Randalierer mit »Camp-Auschwitz«-Shirt festgenommen




Trump-Anhänger beim Sturm auf das Kapitol


Trump-Anhänger beim Sturm auf das Kapitol


Foto: Lev Radin / imago photos/Pacific Press Agency

Aufnahmen des Mannes hatten beim Sturm auf das Kapitol weltweit für Entrüstung gesorgt: Auf seinem schwarzen »Camp Auschwitz«-Sweatshirt waren ein Totenschädel und die Worte »Work Brings Freedom« zu sehen – eine ungefähre Übersetzung von »Arbeit macht frei«, der Aufschrift am Tor des früheren deutschen Konzentrationslagers, in dem die Nationalsozialisten mehr als eine Million Menschen töteten.

Jetzt ist der 56-Jährige vom FBI in Newport News im US-Bundesstaat Virginia in Gewahrsam genommen worden. Das teilte die Bundespolizei mit. Er wird des gewalttätigen oder ordnungswidrigen Verhaltens auf dem Gelände des Kapitols sowie des illegalen Betretens eines öffentlichen Gebäudes beschuldigt, wie aus Gerichtsdokumenten hervorging. Ein Bundesgericht in Washington hatte am Dienstag einen Haftbefehl gegen den Mann erlassen, den die »Washington Put up« veröffentlichte.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor mitgeteilt, sie gehe davon aus, schon bald »Hunderte« mutmaßliche Täter im Zusammenhang mit dem Sturm auf das Kapitol anzuklagen.

US-Justiz geht auch gegen Schwimm-Olympiasieger Keller vor

Auch gegen den mutmaßlich am Sturm auf das Kapitol  beteiligten Schwimm-Olympiasieger Klete Keller geht die US-Staatsanwaltschaft vor. Die Bundesanwaltschaft erhob formale Beschuldigungen gegen den 38-Jährigen wegen widerrechtlichen Eindringens in das Kongressgebäude, gewalttätigen Verhaltens oder Störung der öffentlichen Ordnung sowie Behinderung der Sicherheitskräfte.

Die Polizei habe Keller als Teilnehmer der Ausschreitungen vom Mittwoch vergangener Woche identifiziert, teilten die Ermittler mit. Er habe im Kapitol eine mutmaßlich offizielle Jacke des US-Olympiateams sowie ein Armband mit der Aufschrift »Olympisches Group der Vereinigten Staaten« getragen. 

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Anhänger des noch amtierenden Präsidenten Donald Trump hatten am Mittwoch vergangener Woche das Kapitol gestürmt. Trump wird vorgeworfen, seine Unterstützer bei einer vorhergehenden Kundgebung aufgestachelt zu haben. Bei den Krawallen kamen fünf Menschen u.s.Leben, darunter ein Polizist.

Nach der Erstürmung des Kapitols durch seine Anhänger muss sich Trump als erster US-Präsident in der Geschichte einem zweiten Amtsenthebungsverfahren stellen. Neben allen 222 Demokraten stimmten am Mittwoch auch zehn von Trumps Republikanern im Repräsentantenhaus für die Eröffnung eines neuen Impeachment-Verfahrens. 197 Republikaner votierten dagegen. Trump muss sich damit im Senat wegen »Anstiftung zum Aufruhr« verantworten. Nach Angaben des republikanischen Mehrheitsführers im Senat, Mitch McConnell, ist ein Urteil in der Kammer vor der Vereidigung von Trump-Nachfolger Joe Biden am kommenden Mittwoch ausgeschlossen.

Icon: Der Spiegel